Leyens Rezension Ökonomische Methoden Im Recht Hrn

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  Emanuel V Towfigh Niels P~e~en ÖkonomiKhe Methoden im Recht Von Patrick C. Leyens• Wie sind ökonomische Methoden in die Rechtswissen schaft einzubringen, welcher Grundkenntnisse bedarf es dazu und wo liegen mögliche Erkenntnisgewinne? Die- sen Fragen widmet sich das Lehrbuch von Emanuel V Towfigh und Niels Petersen, das 2010 in erster Auflage, sicher nicht der letzten, erschienen ist. In angenehm kurz portionierten Eingangskapiteln wer- den die Bezugspunkte des ökonomischen Denkens für die Rechtswissenschaft aufgezeigt. Weitere Kapitel be fassen sich mit den wichtigsten ökonomischen Metho den und Theorien. Behandelt werden Mikroökonomik, Spieltheorie, Vertragstheorie, Public und Social Choice, Verhaltensökonomik und Empirik. Das Lehrbuch ist für Anfänger/innen, fortgeschrittene und auf schnellen Zu griff angewiesene Leser/innen von großem Nutzen und soll hier erneut t:mpfohlt:n werden.' Kaum übersehbar sind ökonomische Methoden des Rechts in der internationalen Forschung fest verwurzelt. In manchen Rechtsgebieten, wie z. ß. dem Gesellschafts und Kapitalmarktrecht, erfahren letztlich nur noch die jenigen Beiträge länderübergreifende Beachtung, die ei  nen funktionalen Ansatz wählen, also eine Sprache fin-den, die als interdisziplinäre lingua franca bezeichnet werden könnte. Erkenntnisse aus der rechtsökonomi schen Forschung bilden ihr Fundament. Besonders an führenden U.S.-amerikanischen Law Schools ist die Re chtsökonomik nicht bloß Begleiter der Forschung, sondern au ch fest in die Ausbildung integriert. Auch an europäischen Universitäten, insbesondere an den mit weltweiter Strahlkraft versehenen in England, verwenden Postgraduierte die ökonomische Terminolo gie spielerisch und verfügen über die Grundlagenkennt nisse, die das hier besprochene Lehrbuch vermittelt. • . Jun .·Prof. Dr. iur ., l.L.M. (l.ondon), Institut für Recht und Okono· llllk, ~akullät fur Rechtswissenschaft, Universität Hamburg. Bespre chung v on E>nanud V To »ji gh /Ni el s P cte rs Ökonom is che Mcthu· ~ ~   Rt •ch1 Ei ne Einführung f ür Juristen unter Mitarbeit vun Mar- kus l·.nglerth, Sehastian ). Gocrg, Stelan Magen und i\ndreas N ick- l: sc h ·· Tühingcn: Mohr 2010 (Mohr Lehrbuch), XVI, 2 57 S . brosch . Furo 24.1lll . ISBN 97~ -3-  · 5 0646 R. 1 Vg l ber ei ts Ver/. JuS 2011. S. XVII. Patrick C Leyens Rezension Rechtsökonomik An der Fakultät für Rechtswissenschan der Univers i- tät Harnburg besteht seit 2005 der Schwerpunktbereich Ökonomische Analyse des Rechts . Mit den weiterführenden Programmen European Master in Law Econo mics, European Doctorate in Law Economics sowie dem Graduiertenkolleg zur Ökonomik der Internationalisierung des Rechts nimmt Harnburg heute einen festen Platz in der internationalen Postgraduiertenausbildung ein. Aus Sicht dieser Programme entspricht die von Tow  figh und Petersen gewählte Auswahl der Methoden dem internationalen state of the art. Regelgeber in Europa greifen beispielsweise bei Rechts folgenabschätzungen (Regulatory Impact Assessments) auf ökonomische Methoden zurück. In der Praxis der klassischen Rechtsberufe hilft die ökonomische Analyse des Rechts etwa bei der Eingrenzung des Sorgfaltsmaßstabs im Einzelfall, übergreifender bei der zielführenden Bemessung zivil-oder strafrechtlicher Sanktionen sowie vorgelagert bei der Gestaltung von Verträgen zwischen privaten Parteien. Alle diese Bereiche sind im Lehrbu ch von Towfigh und Petersen beschrieben. Von einer Vielzahl anderer Werke grenzt sich das Werk dadurch ab, dass es nicht auf die ökonomische Durchdringung einzelner Rechtsgebiete ausgerichtet ist. Die Autoren setzen vielmehr einen Schritt vorher an. Sie er- klären das ökonomische Denken, führen in die einschlä gig en Methoden ein und ermöglichen es den Leser/in· nen, die Rechtsökonomik auf die ihn interessierenden Rechtsprobleme anzuwenden. Beispiele aus einzelnen Rechtsgebieten sind nicht An lass der Darstcllu ng, sondern werden nach dem Ansatz des Buches in die Eriirtcrung von Grundsatzfragen und Methoden integriert. Auf allen denkbaren Stufen der Ausbildung, sei es im ln · oder Ausland, ist das sichere Beherrschen der (;rundlagen entscheidend für das erfolgreiche Stu(lium der Rechtsökonomik. In kleinen Schritten erschließt das Lehrbuch hierzu die für Rechtswissenschaftlerlinnen voll anschlussfähigen Überlegungen zum methodologischen Individualismus, also dem rationa len Verhalten des Einzelnen bei Rcssourcenknappheit, und bau t dar· aufbei der Einführung in die spe zifischen Analyseme-thoden auf. Hervorzuheben ist die eingehende Behandlung de r Ver haltcnsökonomik und nicht zuletzt die gut lesbare Ein- führung in die Juristlinnen doch noch weitgehend u nbe   kannten empirischen Methoden. Die durchweg kritische Auseinandersetzung mit Reichwe i te und Grenzen öko nomischer Modellvorstellungen steht nicht zuletzt als 85 aus: Hamburger Rechtsnotizen 2012, Heft 1, S. 85 f.  86 Christian Marchlewitz Rezension enschenrechte Bel eg für die fruchtvolle Zusammen arbeit des aus Ver treter/inne n beider Disziplinen zusammengesetzten und letztlich interdisziplinär aufgestellten ;ungen Autoren- kreises. Obergreifender Gedanke ist, dass Überlegungen zum Fairnessempfinden durch die Ökonomik nicht verdrängt, sondern einem Mehrebenensystem der Bewertung und Bewertbarkeit nach gesamtwirtschaftlichen wie indivi- duellen Nutzensteigerungen zugeführt werden. In der Rechtsdugmatik können solche Überlegungen unter an-derem ganz konkret bei der teleologischen Auslegung Sarah Elsuni: Geschlechtsbezogene Gewalt und Menschenrechte on Christian Marchlewitz Menschen im Rahmen des Möglichen vor Gewalt zu schützen, ist vielleicht die älteste, sicherlich jedoch die grundlegendste und wichtigste Aufgabe des Rechts. In der Reihe Schriften zur Gleichstellung  ist nun die überarbeitete Fassung einer Dissertation erschienen, die zu dieser elementaren Aufgabe einen Reitrag leistet. Sarah Eisuni geht darin der Frage nach, ub und inwiefern eine entsprechende I nterpretation völkerrechtlicher Verträge es ermöglicht, einen umfassenderen Schutz vor ge schlechtsbezogener Gewalt durch internationale Men schenre chte zu gewährleisten. Die Arbeit verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, indem sie der juristischen Fragestellung (auch) von den Prämissen der Geschlech tertheorie ausgehend begegnet. Die Aut orio verwirft die traditionelle Geschlechterdi- chotomie, also die Erfassung aller Menschen in den Ka tegorien Mann und Frau , als konstruiert. Damit geht sie über den ;uristischen Geschlechterbegriff hinaus. Ihr Begriff von Gewalt umfasst nicht nur körperliche oder seelische Gewaltakte, die von Einzelnen ausgehen, son- dern nimmt auch und vor allem strukturelle Gewalt in den Blick. Nach einem Wort von Johan Galtung ist struktu relle Gewalt Gewalt ohne Akteur , also systemische Gewalt, die das Gewaltopfer in seinen Handlungs-möglichkeiten einschränkt und ihm Lebenschancen • SltJd 1   an d er r~ilüt Hamhurg. He sprcchu ng von ruh F lsuni Ge chlechts ht•t: ogt·nc Gewillt und Mcn ->chrnredltt·. Fi- ne gc·sc hl cchterth co rt·tisc hc Untersuchung der Konzepte Ccschlecht, Gleichheit unJ Diskriminierung im Mcnschenrechtssy lem Jer Ver einten :>lationen, Baden-Baden: Nomos 2011 344 S . hrnsch., Euro 71,00. ISBN: 978·3·8329-3790 .. 1. von großem Nutzen sein. Rechtswiss enschaftlerlinnen mit kritischer Fragehaltung zu den ökonomischen Grün den von Rechtsregeln verschafft das Buch eine Übersicht zu den möglichen Argumentationssträngen. Zusammenfassend sei gesagt, dass das Lehrbuch die An wendung ökonomischer Methoden in allen Rechtsgebieten begleiten und bereichern kann. Vor allem aus Sicht der Lehre in internationalen Ausbildungsprogrammen bleibt abschließend zu hoffen, dass die Autoren bald die Zeit finden, auch eine englischsprachige Ausgabe zu veröffentlichen. nimmt. Spezielle Formen von Gewalt, auf die die Arbeit eingeht, sind heteronormative Gewalt, also Gewalt, die sich gegen jene richtet, die nicht in das Raster heterosexueller Zweigeschlechtlichkeit passen, häusliche Gewalt, also Gewalt im sozialen Nahbereich, und die so genannten geschlechtskorrigierendcn Operationen an intersexuellen Kindern. Geschlechtsbezogene Gewalt wird hier verstanden als jede Gewalt, die in Zusammenhang mit der Geschlechtlichkeit des Gewaltopfers steht. Die Autorio kritisiert die gedankliche Aufspaltung des menschlichen Lebens in private und öffentliche Bereiche, die der klassisc hen Mens c henrechtsdogmatik zu grunde liegt. Diese biniire Aufteilung diene in letzter Konsequenz der Perpe t uicrung bestehender Macht- und Abhängigkeilsverhältnissc. Die Arbeit versteht ge schlechtsbezogcne Gewalt als Problem von Gleichheil lind Di skriminierung. Diskriminierung wird als Prozess ve rstanden , innerhalb dessen G ruppen anhand be stehender Machthierarchien ausgegrenzt und benachteiligt werden. Ausführlich wird auf die unterschiedlichen Konzepte von Gleichheit eingegangen. Der auf Aristoteles zurückgehende formale Gleichheitsbcgriff, nach dem Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden soll, wird wegen seiner Unschärfe und mangelnden Objekt ivit;it abgelehnt. Auch die Differenztheoric, die das Männliche als Bezugsmaßstab überwinden will, wird nicht als tauglich erachtet, da si e auf dem aristotelischen Modell aufbaut. Außerdem werde die Frau, wenn sie an ihrer Vergleichbarkeit oder Übereinstimmung mit Männern gemessen werde, weiterhin gewisscrmaf\en vom Mann her gedacht. An Drucilla Cornells Äquivalenzmodell, das eine equality ofcapahility and wcll -bcing anstrebt , wird unter anderem bemängelt, dass es auGcr stande sei, das Wt'scn von Diskriminierung ausreichend zu crli1ssen. Als vorzugswürdiges Modell wird Catharine A. Ma.:Kin nons machttheoretischer Ansatz vorgestellt. Für Mac Kinnon ist Gleichheit eine Frage von Hierarchie. Nicht
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